Das INTERNETANTIQUARIAT.com im Steeler Antiquariat
Aktuelle Presseartikel zu Buchhandel + Literatur
- August 2000 -
(Eine Auswahl des INTERNETANTIQUARIAT.com)
Bisher unbekanntes St�ck von Oscar Wilde entdeckt
Ramdom House ver�ffentlicht 20 B�cher im Internet
Literarisches Quartett soll weitergehen
Stephen King: Internet-Buch ist der Horror f�r Buchh�ndler
Buchgro�h�ndler erweitern Angebot
Buchgro�h�ndler erweitern Angebot
Die beiden Buchgro�h�ndler KNO in Stuttgart und KV in K�ln erweitern ihre Online-Plattform Buchkatalog um den Zugriff auf 1,5 Millionen gebrauchte und antiquarische B�cher des D�sseldorfer Internet-Antiquariats Just-Books. Eine entsprechende Kooperation gab Hannes Blum, gesch�ftsf�hrender Gesellschafter des D�sseldorfer Internet-Unternehmens, bekannt. Damit wachse das Angebot von Koch, Neff & Oettinger & Co. (KNO) und Koehler & Volckmar (KV) von 2,2 Millionen Titeln auf deutlich �ber drei Millionen Titel. Ein Teil des Sortiments von Buchkatalog und Just-Books �berschneide sich allerdings, so dass nicht einfach 1,5 Millionen und 2,2 Millionen addiert werden d�rften, erl�uterte Blum. KNO und KV gelten als die beiden gr��ten Buchgro�h�ndler Deutschlands mit einem Marktanteil im Buchgro�handel von �ber 50 Prozent, Just-Books als das Internet-Antiquariat mit dem gr��ten Angebot an gebrauchten und antiquarischen B�chern.
Stephen King: Internet-Buch ist der Horror f�r Buchh�ndler
Der neue Roman von Stephen King spielt bezeichnenderweise in einem Buchverlag. In Form von Briefen und Vermerken der Angestellten wird die Geschichte eines Satanskultes und einer b�sartigen Kletterpflanze erz�hlt, die in dem Verlag Horror stiftet.
Man darf das Bild getrost als Metapher lesen: Kings neuer Internet-Roman soll gleich seiner b�sartigen Pflanze Schrecken unter den Verlagen s�en. "Meine Freunde", hatte King den Roman auf seiner Website angek�ndigt, "wir haben die Chance, der gr��te Alptraum des gro�en Verlagsgesch�fts zu werden".
Nun gab es elektronische B�cher schon vorher. Auch Kings letzte Erz�hlung, "Riding the Bullet", erschien im M�rz im Internet. Aber "The Plant" ist anders. Erstens bleibt anders bei "Riding the Bullet" Kings Verlag Simon & Schuster au�en vor. Und zweitens will King anders als viele Autoren, die ihre Texte ins Netz stellen, trotzdem Geld f�r seine Arbeit sehen.
Wer "The Plant" lesen will, muss den Text als PDF-Datei nur von der Website www.stephenking.com herunterladen und ihn speichern, ausdrucken oder eben auch versenden. Allerdings ermahnt der Erfolgs-Autor die Leser: "Respektiert mein Copyright. Das ist alles, was ich als Autor habe."
1 $ kosten die ersten 20 Seiten, zahlbar per Kreditkarte, Scheck oder auch bar an das Zahlungssystem des Internet-Buchh�ndlers Amazon.com, der verspricht, das Geld direkt an den Autor weiterzuleiten.
Um den Anreiz zu erh�hen, ver�ffentlicht King den Roman in Episoden. Bislang ist nur Kapitel 1 zu lesen, Kapitel 2 soll am 21. August folgen. Aber ob es dann weiter geht, h�ngt ganz von den Lesern ab. Zahlen mindestens drei Viertel f�r ihr Download, dann will King die Geschichte auch im September fortsetzen. Wenn nicht, dann nicht. In einem Fernsehinterview sagte King, er wolle mit diesem Experiment das Verhalten der Internet-Nutzer testen.
400 000 King-Fans hatten sich innerhalb der ersten 24 Stunden auf die Erz�hlung "Riding the Bullet" gest�rzt, Stephen Kings erstes Werk nach seinem schrecklichen Unfall im vergangenen Juni. Gerade mal ein Zehntel dessen holte sich "The Plant" in den ersten 15 Stunden nach Erscheinen. Ob sich danach das Interesse noch signifikant steigerte, will King erst Anfang kommender Woche verraten.
Bill Thornton von Radiant Ideas, der Firma, die die Stephenking.com-Website managt, sagte, eine fr�hzeitige Preisgabe der Zahlen w�rde das Bild verzerren. King bef�rchte, dass weniger Leser sein Werk herunterladen w�rden, wenn sie fr�hzeitig das Gef�hl vermittelt bek�men, "The Plant" sei ein Flop. Aber immerhin ein Ziel hat King erreicht: Von den 41 000 Lesern die sich das erste Kapitel bis Montagnachmittag geholt hatten, haben laut Amazon.com 32 000 ihren Dollar gezahlt - das sind 78 Prozent. Dass diesmal das Interesse offenbar so viel geringer ist als bei Kings erstem elektronischen Buch, f�hrt seine Mitarbeiterin Marsha DeFilippo durchaus darauf zur�ck, dass diesmal kein Verlag dahinter steht. F�r "Riding the Bullet" hatte der Verlag Simon & Schuster, der an den Gewinnen beteiligt war, massiv geworben.
Die Werbung f�r "The Plant" bestand lediglich aus zwei Anzeigen, einem Fernseh- und ein paar Zeitungsinterviews. Die Verlage haben also allen Grund, ruhig zu bleiben. Ein Sprecher von Simon & Schuster meinte: "Er ist nicht wie unsere anderen Autoren, die einen Verleger brauchen, um in den Buchhandel zu kommen und die Leser �berhaupt zu erreichen." Selbst Amazon ist noch zur�ckhaltend. Ein Amazon-Sprecher wollte Informationen nicht kommentieren, der Internet-Buchh�ndler sei an den Gewinnen von "The Plant" beteiligt. "Wir machen das wirklich als Experiment", sagte er. Auf der Chicagoer Buchmesse hatte sich Amazon-Chef Jeff Bezos entsprechend ge�u�ert: "Die Industrie sollte nichts �berst�rzen und lieber noch ein bisschen experimentieren."
Den Schrecken versp�ren einstweilen allenfalls Buchh�ndler. Deren Verband kritisiert, dass King Amazon.com als exklusiven Geldeintreiber w�hlte und nicht andere H�ndler. Amazons Konkurrent Barnes&Noble.com glaubt ohnehin nicht, dass f�r die Internet-Buchh�ndler mit Arrangements � la King �berhaupt Geld zu machen sei. "Es ist ziemlich schwer, einen Gewinn zu erzielen bei einem Auftragsvolumen von jeweils 1 $", meinte Michael Fragnito, der beim Online-Buchh�ndler Barnes & Noble f�r E-B�cher zust�ndig ist.
Literarisches Quartett soll weitergehen. Vorhang auf f�r L�ffler-Ersatz
Die ZDF-B�chersendung "Literarisches Quartett" soll auch im n�chsten Jahr fortgesetzt werden. Darauf haben sich nach Angaben des Senders die Moderatoren Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, ZDF-Intendant Dieter Stolte, Programmdirektor Markus Sch�chter und der verantwortliche Redakteur Manfred Eichel gestern in einem "einvernehmlichen" Gespr�ch in Mainz geeinigt.
Wie ein ZDF-Sprecher au�erdem sagte, soll die Sendung auch in Form eines "Quartetts" weitergef�hrt werden. Die Suche nach einer dritten Person nach dem Ausstieg der Journalistin Sigrid L�ffler soll nun beginnen. Bereits in der n�chsten Ausgabe werde ein Ersatz gefunden sein, hie� es aus ZDF-Kreisen.
Noch am Abend sollten weitere Gespr�che mit m�glichen Kandidaten gef�hrt werden. Neben den drei Moderatoren wird au�erdem zu jeder Sendung ein Gast eingeladen. Eichel hatte sich noch k�rzlich gegen eine Fortsetzung mit einer neuen Besetzung ausgesprochen.
In der letzten Sendung, am 30. Juni, war es bei der Diskussion um das Buch "Gef�hrliche Geliebte" von Haruki Murakami zum offenen Eklat zwischen Reich-Ranicki und L�ffler gekommen. Reich-Ranicki hatte darauf in einem "Bunte"-Interview davon gesprochen, die Zusammenarbeit mit seiner Kollegin sei "eine Qual". Am vergangenen Freitag k�ndigte die �sterreicherin offiziell ihren R�cktritt von der Traditionssendung an, die es seit 1988 im ZDF-Programm gibt.
Autorin Ulla Hahn beendete gestern Spekulationen, sie k�nne die Nachfolge L�fflers antreten. "Ich bin Schriftstellerin und keine Kritikerin", sagte. "Ich bin weder gefragt worden, noch bin ich eine Bewerberin." Die Tageszeitung "Die Welt" hatte neben Hahn gestern noch die TV-erfahrenen Autorinnen Elke Heidenreich, Amelie Fried und die Literaturkritikerin Iris Radisch als Kandidatinnen ins Spiel gebracht.
Johannes Willms, leitender Redakteur der "S�ddeutschen Zeitung" und bis 1992 "Aspekte"-Chef beim ZDF, sprach sich gestern in der "SZ" f�r eine Einstellung der ZDF-Sendung aus. "Das Quartett ist kaputt und nicht mehr zu reparieren. Wer das nicht begreift, dem ist nicht zu helfen. Lasst es gut sein, auch wenn es schlecht ausging - der Vorhang ist zu, es sind keine Fragen offen."
Ausstellung im Kunstgewerbemuseum in Berlin. Kostbare Bucheinb�nde
Bucheinb�nde k�nnen Kunstwerke sein. Das zeigt die Ausstellung "Kostbare Bucheinb�nde", die das Berliner Kunstgewerbemuseum vom heutigen Dienstag an pr�sentiert.
Die Sammlung des Museums wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erworben und umfasst rund 50 Objekte, die zu einem gro�en Teil aus der Zeit um 1450 stammen. Damals waren Leder-und Pergamenteinb�nde, zumal in Klosterbibliotheken, keine Seltenheit.
Zu sehen sind au�erdem B�cher aus dem 18. und 19. Jahrhundert bis hin zu Jugendstil-Einb�nden um 1900. (Ausstellung bis 15. Oktober, dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr).
Ramdom House ver�ffentlicht 20 B�cher im Internet
Der gr��te Verlag der USA, Random House, wird im kommenden Jahr einige Texte ausschlie�lich im Internet ver�ffentlichen. Das Tochterunternehmen des Medienkonzerns Bertelsmann teilte gestern in New York mit, es habe eine neue Abteilung namens AtRandom gegr�ndet, die in einem ersten Schritt 20 Belletristik- und Sachbuchtitel in das weltweite Netz stellen werde. Die Texte k�nnten nach Bezahlung heruntergeladen und auf Wunsch ausgedruckt werden. Im Buchhandel sollen sie nicht verkauft werden. Auf der Liste der 20 Internet-Titel ist auch eine Biographie der S�ngerin Bj�rk. Auch der neue Roman von Cameron Dougan �Because She is Beautiful� will AtRandom im n�chsten Jahr exklusiv im Internet ver�ffentlichen. Zudem will Random House hundert Werke der klassischen Literatur ins Internet stellen.
Kein Sex? Kein Alkohol? Keine Zigaretten? Noch ein letztes Mal lachte Charles Bukowski dem Tod in die Fresse, als ihm sein Arzt den gut gemeinten Ratschlag gab, auf all das zu verzichten, was ihm lieb und teuer war. Als der an Leuk�mie erkrankte B�rgerschreck schlie�lich doch seine Tagesration Dosenbier absetzte, war es l�ngst zu sp�t. Vor sechs Jahren starb der �Dirty Old Man� der amerikanischen Literatur.
Sein Leben war extrem und ausschweifend. Immer volle Pulle. Jahrzehntelanger Alkoholkonsum, etliche Magenblutungen und ein Magendurchbruch - das sind die �u�eren Zeichen der Selbstzerst�rung. Seine inneren Abgr�nde legte der Meister des Four-letter-words dagegen in seinen B�chern blo�. Er fing an in den f�nfziger Jahren mit Kurzgeschichten, sp�ter kamen Gedichte (�Die Girls im gr�nen Hotel�) und Romane (�Der Mann mit der Ledertasche�, �Das Schlimmste kommt noch�) dazu. Insgesamt z�hlt sein Werk �ber 60 B�cher, die sich �ber weite Strecken lesen wie eine Parodie auf Ernest Hemingway, nur ohne dessen Hang zum Symbolischen, zum Verschweigen des Eigentlichen.
Charles Bukowski ist ein Autor ohne Geheimnisse. Er kam immer gern und schnell zur Sache. Und sprach aus, was sonst niemand zu schreiben wagte. �Ich bin ein Chauvinist. Frauen sind nur im Bett zu gebrauchen�, ist eine seiner am h�ufigsten zitierten Aussagen, die �Buk� routiniert in alle Kameras und Mikrofone sprach. Er wusste schlie�lich auch, was er seinem Ruf schuldig war. Und Spr�che wie diese waren die beste Art, um sein Image des schreibenden Rohlings, der seine Weiber- und Trinkgeschichten im besten Porno-Stil beschrieb, zu pflegen. Nur selten lie� er sich deshalb auch ohne blonde Begleitung und in n�chternem Zustand sehen.
1920 im rheinischen St�dtchen Andernach als Sohn deutsch-polnischer Eltern geboren, landete er schon mit zwei Jahren im Land der verklemmten M�glichkeiten. Sp�ter schlug er sich als Leichenw�scher, Obstpfl�cker, Gammler und Postbote durchs Leben. Er hat die Figur des Henry Chinaski erfunden, die er selbst war. In seinen Erz�hlungen, Gedichten und Romanen herrscht fast durchweg ein autobiographischer Ton. Mehr als einmal hat er sich selbst beschrieben. �Die Narben, die S�ufernase, das Affenmaul, die verkniffenen Augenschlitze. Und das bl�de zufriedene Grinsen.�
Der B�rsenverein des Deutschen Buchhandels rechnet mit einer jahrelangen juristischen Auseinandersetzung �ber die Regelung billiger Reimporte deutscher B�cher
Erst ein Musterprozess k�nne wohl endg�ltig kl�ren, ob es zul�ssig ist, deutsche B�cher billiger aus dem Ausland zu beziehen, sagte der Vorsteher der Buchh�ndlervereinigung, Roland Ulmer, am Freitag in Frankfurt. "Jetzt m�ssen die Gerichte entscheiden."
Das Verfahren werde wahrscheinlich vor dem Europ�ischen Gerichtshof stattfinden, sagte der Justiziar des B�rsenvereins, Harald Heker. Dieser Prozess k�nne mehrere Jahre dauern. Entscheidend sei, dass die ausstehenden Einzelentscheidungen zusammengefasst werden, um eine h�chstrichterliche Kl�rung herbeizuf�hren. Der Piper-Verlag habe sich als Partner f�r einen solchen Musterprozess bereit erkl�rt, sagte Heker.
Der bereits beigelegte Streit um die Buchpreisbindung war erneut aufgeflammt, als die �sterreichische Buchhandelskette Libro deutsche Titel �ber das Internet mit 20 Prozent Rabatt anbot. Aus Sicht der Verlage wie auch des B�rsenvereins verstie� Libro damit gegen die deutsche Buchpreisbindung. Libro argumentierte dagegen, seit dem Fall der grenz�berschreitenden Buchpreisbindung am 1. Juli unterliege der Internethandel von �sterreich nach Deutschland nicht mehr der Preisbindung.
Die betroffenen Verlage verh�ngten daraufhin einen Lieferstopp, um die Reimporte zu unterbinden. Libro versuchte die Auslieferung per Gericht durchzusetzen und beantragte gegen 16 Verlage und Gro�buchh�ndler einstweilige Verf�gungen. Ende Juli einigten sich die Parteien vorl�ufig: Seit dem 31. Juli h�lt sich Libro wieder an die Buchpreisbindung und zog die Antr�ge bei Gericht zur�ck. Wegen des Verdachts auf illegale Absprachen im Zusammenhang mit dem Lieferstopp hatten Beamte der EU-Kommission den B�rsenverein des Deutschen Buchhandels und zahlreiche Verlage durchsucht.
Der B�rsenverein verglich die Bedeutung der Buchpreisbindung am Freitag mit der der Pressefreiheit. "Die Preisbindung f�r Verlagserzeugnisse ist ein Beitrag zur Verwirklichung der Meinungsfreiheit", sagte Ulmer. Ohne die Preisbindung sei das dichte Netz von Verkaufsstellen gef�hrdet. Ohne die vielen kleinen Gesch�fte, die nur dank der fixen Preise f�r B�cher �berleben k�nnten, sei der Zugang der B�rger zu Informationen bedroht. Die Preisbindung beruhe daher auf Artikel f�nf des Grundgesetzes.
Bisher unbekanntes St�ck von Oscar Wilde entdeckt
London - Ein Privatsammler hat nach einem Bericht der �Sunday Times� ein unvollendetes Theaterst�ck des englischen Schriftstellers Oscar Wilde (1854-1900) entdeckt. In der �Trag�die einer Ehefrau� spiegle sich wahrscheinlich Wildes eigene Untreue, berichtete die Zeitung am Sonntag.
Der Sammler und Wilde-Kenner Neal Kydd ist demnach in einer Bibliothek der University of California auf das 52-seitige handgeschriebene Manuskript gestossen. In die USA sei das Werk 1929 nach dem Verkauf der Wilde-Papiere aus dem Besitz seines Freundes Robert Ross gelangt.
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(Letzte �nderung erfolgte am 20. August 2000)